Mehr als ein gewöhnlicher Herkunftsnachweis
Ein normaler Herkunftsnachweis belegt nur, dass irgendwo in Europa eine passende Menge Ökostrom eingespeist wurde, theoretisch auch in Skandinavien oder Südeuropa. Ein Regionalnachweis geht weiter und bindet die Herkunft an einen Umkreis von 50 Kilometern um deine Adresse. Geführt wird das zuständige Regionalnachweisregister seit 2019 beim Umweltbundesamt, parallel zum regulären Herkunftsnachweisregister.
Warum "regional" für Hamburg fast immer Schleswig-Holstein bedeutet
Auf Hamburger Stadtgebiet selbst stehen kaum Windkraftanlagen, dicht bebaute Flächen lassen dafür wenig Raum. Ein Regionalnachweis für eine Hamburger Adresse bezieht sich deshalb praktisch immer auf Anlagen im schleswig-holsteinischen Umland. Bei den 2025 neu ans Netz gegangenen Windkraftanlagen an Land lag Schleswig-Holstein mit 790 Megawatt auf Platz drei aller Bundesländer, hinter Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Die Grenzen des Regionalnachweises
Ein Missverständnis liegt nahe: Wenn ein Kraftwerk ohnehin über das EEG gefördert wird, könnte man annehmen, es ließe sich zusätzlich ganz normal als Ökostrom mit Herkunftsnachweis verkaufen. Genau das verbietet der Gesetzgeber, weil die Förderung bereits über den Bundeshaushalt bezahlt ist und eine doppelte Vermarktung wäre. Der Regionalnachweis ist deshalb ein eigener, separater Weg, um trotzdem einen regionalen Bezug sichtbar zu machen, unabhängig von Gütesiegeln wie ok-power oder dem Grüner-Strom-Label.
Was das für deine Tarifwahl bedeutet
Willst du gezielt Strom aus deiner Region beziehen, achte auf einen Tarif mit ausgewiesenem Regionalnachweis für dein Postleitzahlengebiet. In Hamburg bietet beispielsweise der stadteigene Versorger HAMBURG ENERGIE Tarife mit regionalem Bezug an. Geht es dir zusätzlich um einen echten Ausbau erneuerbarer Energien, kombiniere die regionale Herkunft am besten mit einem unabhängigen Ökostrom-Label. Nur so bekommst du beides: Strom aus der Nähe und einen echten Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien.