Ratgeber · Vertrag und Kündigung
Vertrag und Kündigung

Preisgarantie beim Stromtarif: was wirklich geschützt ist

Nicht jede Preisgarantie schützt vor jeder Preiserhöhung. Die Begriffe eingeschränkte Preisgarantie, Nettopreisgarantie und Vollpreisgarantie sind zudem nicht einheitlich definiert. Wir erklären, worauf es beim Lesen des Kleingedruckten wirklich ankommt.

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Eine Preisgarantie ist freiwillig, keine Pflicht

Eine Preisgarantie ist eine freiwillige Zusage deines Anbieters. Kein Gesetz schreibt sie vor. Sie legt fest, dass bestimmte Preisbestandteile für einen festgelegten Zeitraum unverändert bleiben, meist über die gesamte Vertragslaufzeit. Wie viel davon tatsächlich geschützt ist, bestimmen ausschließlich die Vertragsbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Drei Begriffe, die der Markt unterschiedlich definiert

Am Markt haben sich die Bezeichnungen eingeschränkte Preisgarantie, Nettopreisgarantie und Vollpreisgarantie etabliert, grob gestaffelt vom kleinsten zum größten Schutzumfang. Eine Vollpreisgarantie deckt in der Regel den gesamten Endpreis ab, einschließlich Netzentgelten, Umlagen und meist auch Steuern. Bei einer Nettopreisgarantie bleibt oft nur der vom Anbieter selbst beeinflussbare Energiepreis fix, während Steuern und neue staatliche Abgaben trotzdem durchschlagen können. Eine eingeschränkte Preisgarantie liegt meist irgendwo dazwischen. Klare, einheitliche Grenzen zwischen den drei Begriffen gibt es allerdings nicht: Manche Anbieter nennen ihre Nettopreisgarantie inhaltlich identisch mit dem, was ein anderer als eingeschränkte Preisgarantie bezeichnet. Verlass dich deshalb nie auf den Namen allein.

Das Sonderkündigungsrecht bleibt trotzdem bestehen

Steigt ein Preisbestandteil, der von deiner Garantie nicht abgedeckt ist, zählt das trotzdem als Preiserhöhung. Dir steht deshalb dasselbe gesetzliche Sonderkündigungsrecht zu wie ohne jede Preisgarantie (§ 41 Abs. 5 EnWG). Eine Preisgarantie schafft also Planungssicherheit für den geschützten Teil deines Vertrags, nimmt dir bei allem Übrigen aber nicht die Möglichkeit, bei einer Erhöhung auszusteigen.

Worauf es beim Vergleich wirklich ankommt

Achte weniger auf das Etikett und mehr auf die Liste der konkret genannten Preisbestandteile: Stehen Arbeitspreis, Netzentgelte und Umlagen einzeln aufgeführt, weißt du genau, was geschützt ist. Prüfe außerdem den Zeitraum, denn manche Garantien gelten nur für die ersten zwölf Monate eines länger laufenden Vertrags, nicht für dessen gesamte Laufzeit. Im Zweifel lohnt sich eine kurze Nachfrage beim Anbieter, bevor du unterschreibst.