Ratgeber · Ökostrom
Ökostrom

Ökostrom und Preis: was der Vergleich wirklich zeigt

Bundesweite Vergleichsdaten von August 2026 zeigen: Der günstigste Ökostromtarif liegt nur knapp über dem günstigsten konventionellen Tarif, beide aber deutlich unter dem, was du in der Grundversorgung zahlst. Wir erklären, woran der eigentliche Preisunterschied bei Stromtarifen liegt.

Tarifrechner Hamburg Angaben zum Haushalt

Was aktuelle Preisvergleiche zeigen

Ein bundesweiter Vergleich von StromAuskunft.de vom 16. August 2026 zeigt für einen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden: Der günstigste Ökostromtarif lag bei 26,59 Cent pro Kilowattstunde, der günstigste konventionelle Tarif bei 26,01 Cent, ein Unterschied von gerade einmal 0,58 Cent. Zum Vergleich: Ein Grundversorgungstarif kostete im selben Zeitraum im bundesweiten Schnitt 40,37 Cent. Ökostrom ist an der Spitze des Marktes also minimal teurer als der billigste konventionelle Tarif, aber beide liegen deutlich unter der Grundversorgung.

Warum der Unterschied so klein ist

Ein Herkunftsnachweis selbst kostet nur einen Bruchteil eines Cents pro Kilowattstunde, weil das Angebot an europäischem Wasserkraft- und Windstrom-Zertifikaten die Nachfrage deutlich übersteigt. Für deinen Anbieter lohnt es sich deshalb kaum noch, konventionellen Strom getrennt von Ökostrom zu kalkulieren, viele verkaufen inzwischen beides zum selben Preis. Am Etikett allein lässt sich der Preis eines Tarifs also nicht mehr ablesen.

Der eigentliche Preistreiber

Die Vertragsart bestimmt den Preis viel stärker als die Herkunft des Stroms. Ein Beispiel macht das deutlich: Wer in der Hamburger Grundversorgung bleibt, zahlt aktuell 38,95 Cent pro Kilowattstunde bei Vattenfall. Wer stattdessen aktiv wechselt, egal zu welchem Anbieter, findet sich im Neukundenwettbewerb wieder, wo Öko- und konventionelle Tarife auf ähnlichem, deutlich niedrigerem Niveau liegen. Der Schritt aus der Grundversorgung heraus bringt darum meist mehr als die Entscheidung für oder gegen Ökostrom.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

Ein unabhängiges Label wie ok-power oder das Grüner-Strom-Label sagt mehr über die ökologische Wirkung eines Tarifs aus als der Preis allein, das lohnt sich als erster Blick. Für den eigentlichen Kostenvergleich zählt dagegen nur die Summe aus Grundpreis und Arbeitspreis, gerechnet auf deinen tatsächlichen Jahresverbrauch. Klammere dabei einmalige Boni komplett aus: Sie gelten meist nur im ersten Jahr und verzerren sonst, was du über die gesamte Vertragslaufzeit tatsächlich zahlst.