So kommt deine Jahresabrechnung zustande
Der Versorger multipliziert deinen tatsächlichen Jahresverbrauch mit dem Arbeitspreis und addiert den Grundpreis für zwölf Monate. Ein Beispiel mit dem Vattenfall-Grundversorgungstarif: Bei 3.500 Kilowattstunden ergeben sich 1.363,25 Euro Arbeitspreis (38,95 Cent je Kilowattstunde) plus 198,60 Euro Grundpreis, zusammen 1.561,85 Euro. Davon zieht der Versorger die Abschläge ab, die du übers Jahr bereits gezahlt hast. Was übrig bleibt, ist je nach Richtung deine Nachzahlung oder dein Guthaben.
Fristen, die für dich zählen
Sechs Wochen nach Ende deines Abrechnungszeitraums muss die Jahresabrechnung spätestens bei dir sein, das schreibt § 40c EnWG vor. Bleibt sie deutlich länger aus, kannst du deinen Anbieter schriftlich zur Zustellung auffordern. Umgekehrt hast du selbst keine feste Frist für einen Widerspruch, wohl aber eine Grenze für die Rückforderung: Zu viel gezahltes Geld verjährt nach drei Jahren (§ 195 BGB).
Was bei einer Nachzahlung zu tun ist
Bei einer Nachzahlung nennt dir die Rechnung meist eine Zahlungsfrist von rund 30 Tagen. Fehlt diese Angabe, gilt dieselbe Frist trotzdem, danach gerätst du in Verzug. Ist die Nachzahlung besonders hoch, lohnt sich sofort ein zweiter Schritt: Prüfe, ob dein Abschlag für das kommende Jahr angepasst werden sollte, damit dir dieselbe Überraschung nicht noch einmal passiert.
So erkennst du eine fehlerhafte Abrechnung
Der Zählerstand ist der erste Ansatzpunkt: Stimmt der Wert in der Abrechnung nicht mit deinem eigenen Ableseprotokoll überein, wurde er wahrscheinlich geschätzt, was gerade nach einem Umzug oder Anbieterwechsel häufig vorkommt. Kontrolliere daneben, ob Arbeitspreis, Grundpreis und die Summe deiner Abschläge korrekt in die Rechnung eingeflossen sind. Bei einer Abweichung lohnt sich ein schriftlicher Widerspruch, am besten gleich mit deinem eigenen Zählerstand als Beleg.